Leonberger
Hobbyzucht oder auch nur Vermehrer?


Da wir uns ja schon eine geraume Zeit mit dem Zuchtgeschehen und der Gesundheit des Leonbergers beschäftigen, möchten wir unsere Gedanken und Bedenken bezüglich der sogenannten Hobbyzucht nachfolgend darlegen.

Bei der Durchsicht vieler Zuchtbücher und Datenbanken sowie unserer Arbeit mit den verstorbenen Leonbergern, sind wir zu dem Schluß gekommen, dass nicht ein Verein oder Verband etwas für die Rasse verbessern wird, sondern nur die Züchter selbst.
Der Leonberger selbst ist dazu längst bereit, trägt er doch die eigentliche Last durch Trächtigkeit, Geburt und Aufzucht der Welpen. Er will die Mißstände mit Sicherheit nicht!

Wer züchtet aber heute noch wirklich? Wer selektiert nach Abstammung, Gesundheit und der Entwicklung der Nachkommen? - Unserer Meinung nach eine verschwindend geringe Anzahl.

Wann fängt man endlich an, auf Gesundheit und Langlebigkeit zu züchten und nicht nach der Anzahl der Pokale und Titel?
 

Bis Januar 2009 gab es im DCLH (Deutscher Club für Leonberger Hunde) keine Begrenzung für die Deckakte der Leonbergerrüden.
Seit Januar diesen Jahres ist die erfolgreiche Deckzahl auf 7 pro Jahr eingeschränkt, aber auch nur für den Geltungsbereich des DCLH.

Man kann nur staunen, wieviele Nachkommen ein einzelner Leonbergerrüde in die Welt setzen kann. Wohin das führt, dreht jedem,
welcher sich ein klein wenig mit Genetik beschäftigt, den Magen um. Nachfolgend die Top 3 der Deckrüden:

Leonberger
Die Gier bringt diese wunderbare Rasse fast um :(
 
Name des Leonbergerrüden
Anzahl der Nachkommen
Arak-Gomello v. Eichbüel
423
Brando v. Theresienhof
298
Hart de la Petite Saunerie
265
 

Gibt es überhaupt Nachkontrollen, um sicher zu gehen, dass bei einer solch quantitativen Hundeproduktion nicht Dinge weitervererbt werden, welche dann kaum noch auszugleichen sind? Auch die Rüden selbst tun uns leid :(

Liegt es am sogenannten "Sprunggeld" und den Einnahmen/Gebühren des Vereins oder warum tut man das der Rasse an? Sicher nicht, um sie zu verbessern!

Hier kann doch die sogenannte Dissidenz und selbst der letzte Hinterhofzüchter noch viel dazulernen.

Das soll die, in der Satzung erwähnte, Hobbyzucht sein? *wunder*

Sie denken, wir übertreiben ein wenig und die drei sind eine Ausnahme? Dann schauen Sie doch mal unter dem nachfolgenden Link.
Dort haben wir die "TOP" 150 der Leonberger-Deckrüden aufgelistet:

Mache auch hier sich jeder seine eigenen Gedanken
und nicht wie so viele Andere:

Nicht sehen, nichts hören, nichts sagen

Inzwischen sind wir uns sicher, es geht hauptsächlich um die Kohle. Die Leonberger selbst gehören halt notgedrungen dazu. Viele Züchter, welche mit guten Vorsätzen und Plänen eines Tages begonnen hatten, passen sich schnell an das, schon jahrlang bestehende Treiben an.

Nun schauen Sie mal, was alles im DCLH, VDH und somit im FCI machbar ist, wie man doch recht gut mit der Vermehrung von Hunden leben kann - alles offiziell und unter dem Deckmantel der Hobbyzucht.
Es gibt zum Beispiel bei einer Lebensgemeinschaft einen Doppel-Leonbergerzwinger. Dort wurden bisher fast 1000 Leonbergwelpen produziert. Zu den Einnahmen aus dem Verkauf dieser Welpen kommen noch die Sprunggelder der nicht wenigen Deckakte der Leonbergerrüden. So manches Familienunternehmen erzielt kaum einen solchen sechsstelligen Umsatz und noch dazu muss es seine Einnahmen auch noch versteuern.
Ein beherzter Leonbergerfreund hat diese Hundeproduktion schon mal im Jahr 1999 beim VDH-Vorstand kritisiert, was aber von jener Stelle abgeschmettert wurde, da man dort die oben beschriebene "Hobbyzucht" als korrekt beurteilte.

Alles offiziell nur Hobbyzucht!
 
Dies ist leider kein Einzelfall. Nicht Wenige haben das Alphabet schon einmal durchgezüchtet und kaum findet man etwas über die Vergangenheit und Gesundheit oder gar über die Entwicklung der produzierten Leonberger-Hunde - einfach totgeschwiegen, die Welpenbesitzer stillgehalten und das Ganze einfach ausgesessen,
denn was lange hält, bringt kein Geld.
Warum die große Menge mitmacht? - keine Ahnung. Wirklich Kohle machen doch nur eine Handvoll Züchter und sicher der Verband/Verein. Die Meisten sind doch eher bescheiden dran.

Das Ergebnis:

Dieser wunderbare Hund wird im Schnitt nur noch 7 Jahre alt !!!
 
Für Interessierte ein Artikel von Sierra Milton über das Zuchtgeschehen

Omerta
Das Gesetz des Schweigens

November 2009

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