Leonberger Chroniken
Rassebeschreibung - Rassestandard



Auszug aus "Leonberger"
Das Blatt des Züchters und Liebhabers - 31.Oktober 1925

Der Leonberger Hund.
Diese edle Hunderasse wurde in den 80er—90Jer Jahren durch den Züchter: Stadtrat Heinrich Essig. Leonberg. nicht nur in Württemberg, der Heimat desselben. sondern in der ganzen Welt bekannt! Beim Landwirt. beim Villen- und Schloßbesitzer, an Fürstenhöfe der beliebteste Wach- und Begleithund! Seine Intelligenz. seine Treue sicherten ihm von selbst den ersten Platz im Herzen der Besitzer dieser Tiere!
Heute fragt jedermann, dem an solchen Hundeeigenschaften etwas liegt: „Was ist der Leonberger?“
Kurz gesagt Der Leonberger ist der beste deutsche Wach - und Begleithund! Seine Anerkanntheit Rassekennzeichen sind folgende:
Er ist ein treuer, kluger, gelehriger, wetterfester Hund, besonders geeignet zur Bewachung von größeren Anwesen wie Gehöften, Fabriken, Villen. Von allen großen Rassen ist er am wenigsten empfindlich, auch neigt er nicht zu Krankheiten.

Allgemeine Erscheinung: Der Leonberger ein großer. muskulös gebauter, aber geschmeidig eleganter Hund von proportionierter Form und lebhaftem Temperament. Er hat eine mittelweiche bis derbe Behaarung.

Farbe: Hellgelb, goldgelb, bis rotbraun, mit schwarzer (dunkler) Maske gilt als die beste und schönste Farbe. Dunkle, bis schwarze Haarspitzen sind zulässig. ebenso kommen sandfarbige, silbergraue (Silberwolf) und gelbrote mit dunklen Haarspitzen (Gelbwolf) vor, besonders in Süddeutschland. — Das Fehlen der dunklen Maske oder ein helleres Gesicht ist gestattet. Weiß ist unbedingt zu verwerfen und soll ganz hinausgezüchtet werden, ein kleiner weißer Bruststern soll vorläufig gestattet werden, ebenso etwas helles bis weißes Haar an den Zehen. Die Farbe der Rute ist gleich der Grundfarbe des Hundes.
Kopf und Nacken: Der Oberkopf ist mäßig gewölbt, lange nicht so hoch und so breit, wie beim St. Bernhardshund; Backen nicht kräftig entwickelt, so daß der Hinterkopf nicht wesentlich breiter aussieht als der Kopf bei den Augen ist. Derselbe soll im ganzen mehr seitlich zusammengedrückt, also tiefer wie breit erscheinen, Stirnabsatz ganz mäßig; Nasenrücken gleichmäßig breit, nie durchbrochen, eher leicht ausgebogen (Ramsnase). Nasenkuppe nicht so stark und nicht so weit geöffnet wie beim St. Bernhardshund, stets tiefschwarz. Kopf- und Gesichtshaut stets anliegend keine Stirnfalten Schnauzenpartie mäßig tief, ziemlich gleichmäßig, nie spitz verlaufend. Lefzen glatt anliegend nicht herabhängend (wie beim St. Bernhardshund) so daß ein Speichelausfluß nicht gegeben ist. Gebiß sehr stark und gut aufeinanderpassend. Der Kopf ist ziemlich hoch getragen.
Die Augen sollen hellbraun bis braun sein (gelbe nicht gewünscht), mittelgroß, mit klugem, gutmütigem Ausdruck, in der Form nie terrierartig (auch keine sogen.
Schweinsäuglein), noch weniger aber bulldoggartig. Die Augenlider schließen gut an, keine Bindehaut zeigend. Die Bindehaut im Augapfel ist weiß, nicht rot (wie beim St.
Bernhardshund).
Schulterhöhe: Rüden mindestens 76 cm. Hündinnen mindestens 70 cm.
Läufe: Nicht zu hoch: muskulös, starke Knochen erwünscht. Vorderläufe: gerade. normal (nicht zu eng) gestellt, gut befedert. Pfoten gut geschlossen und ziemlich gerundet, Hasenpfoten verwerflich. Die Zehen sind meistens durch Schwimmhäute verbunden (der Leonberger liebt in der Regel das Wasser und ist ein guter Schwimmer). — Ellbogen gut anliegend, etwas über den unteren Rand des Brustkorbes hinaufreichend, Schultern schräg gestellt.
Hinterhand: Kräftig bemuskelte Schenkel, gut ausgesprochenes Kniegelenk und starkes, sehniges Sprung-gelenk, letzteres eher etwas mehr gebogen als wie zu steil. Afterklauen sind als verwerflich anzusehen und sollten, wo sie vorkommen, am besten in frühester Jugend (14 Tage alt) entfernt werden.
Rumpf : Etwas länger als wie beim St. Bernhardshund, Nierenpartie kräftig, Brustkorb tief und nicht zu tonnenförmig. Strammer Rücken unbedingt erforderlich.
Rute: Sehr reich behaart (Besenrute). stets halb-gesenkt getragen, nie zu hoch oder gar auf den Rücken gerollt.
Behaarung: Mittelweich bis derb (nie struppig). reichlich lang, anliegend bis leicht abstehend, nie gescheitelt und überall, trotz guter Unterwolle, noch die Formen des Körpers erkennen lassend; stets schlicht, gewellt ist noch gestattet, gelockt oder gerollt dagegen verwerflich. An Hals und Brust hat der Leonberger eine hübsche Mähne.
Das ist der „Leonberger“ wie er vorhanden, und wie wir ihn weiter erstreben!
Der Leonberger (Hunde) Club e. V. Sitz: Leonberg hat mit gutem Erfolge den durch den Krieg stark verminderten Nachwuchs dank der Tätigkeit der alten und neuen Züchter wieder zu dem gemacht, was der „Leonberger“ einst war!
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Leonberger (Hunde) Club e.V.
Allein Maßgebend, Zuchtbuchführend, für In- und Ausland
1 . Vorsitzender:
Stadelmann, Zuchtbuchführender (31.Okt. 1925)


Auszug aus:
Die Jahres-Kartellausstellung Stuttgart
1925 und der Richterbericht des Herrn
v.Otto, Bensheim.
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Es folgt nun der Richterbericht:
Die hohen Vorzüge der 3. Jahreskartellausstellung sind in der Fachpresse, speziell im "D. Kynologenblatt" eingehend gewürdigt worden. 70 Zuchtgruppen sind eine Leistung, die noch keine Ausstellung je fertiggebracht hat. Die 24 Leonberger darunter konnten sich sehen lassen. Noch höher, als diese Zahl, steht die Aussicht auf Höherentwicklung und Wiederbelebung der Rasse, begründet in der Güte des Hündinnenmaterials, wozu allerdings auch noch stete Arbeit in einheitlicher Richtung, d. h. Ausmerzung häufigster Fehler gehört. Diese sind speziell bei Rüden: steile Hinterhand und teilweise Rollhaar. Beides muß verschwinden!
Front, Knochen, Ausdruck, richtiges Schutzhundwesen sind durchgehend zu loben. Bei den
Rüden war nicht ein scheuer feiger Hund, noch bissiger Raufer; alles wohl beherrschte, ihrer Kraft und Würde förmlich bewußte Tiere. Durch rationelle Aufzucht kann am Gebäude und Gangwerk viel gebessert werden. Wir verlangen nicht, daß der Leonberger federe wie ein Renn- oder Vorstehhund aber er darf auch nicht schwankend rollen. Farbe ist angenehme Zutat, aber minder wichtig; nur allzuhell mit Neigung zu hellen Augen sollte vermieden werden. Schwarze Maske erhöht den Eindruck von Energie und gibt kraftvollen Ausdruck. Riesenschädel mit Falten die den älteren Hund mürrisch erscheinen lassen, sind nicht erwünscht. Afterklauen sind unbedingt bei Welpen zu entfernen; sie beeinträchtigen die Hinterhandaktion. Ich darf wohl annehmen, daß ich heute der älteste ehemalige Leonbergerbesitzer bin; ich stellte in Wien 1888 einen riesigen Rüden Leo (86 Schulterhöhe, gelb mit schwarzen Haarspitzen) aus. Zur Haarpflege empfehle ich nicht zu kämmen, da dadurch die Unterwolle herausgerissen wird. Nur bürsten und totes haar entfernen. Der Unterwolle gänzlich beraubt, sieht mancher Hund wollhaarig und dürftig aus, der in vollem
Haar schlichter und mächtiger erscheinen würde.

...

E.v. Otto, Bensheim 1925 (Zuchtrichter)


Der Leonberger

(Rassebeschreibung um 1935)


Die Rasse der Leonberger, eine der stattlichsten Kunstzüchtungen des Kontinents, kämpft mit einigen 20 eingetragenen Zwingern um ihr Fortbestehen. Längst ist die Zeit vorüber, wo dei Essigsche Zwinger nicht genug seiner schönen, hochbewerteten Produkte abgeben konnte. Stadtrat Essig-Leonberg hat die Rasse 1860 geschaffen. Er kreuzte Bernhardiner, Neufundländer und Pyrenäenhund, um Größe, Geschmeidigkeit und gute Charaktereigenschaften für einen idealen Wachhund zu verbinden. Die gelbe Farbe wurde in der Zucht bevorzugt, um bei diesem Patenkinde der Stadt Leonberg die Ähnlichkeit mit ihrem Wappentiere zu unterstreichen, die in dem mit einer Mähne umgebenen Kopf, der elastischen Gestalt, der ungewöhnliche Größe, schon bei diesen Hunden angedeutet schien. Der erste große Erfolg ebbte ab. Die beiden Klubs in Heidelberg und Apolda vermochten nicht durch wirksame Propaganda das alte Interesse aufzuholen. Der Weltkrieg wirkte katastrophal. Den großen Tieren fehlte die Nahrung, es war kein gesunder Nachwuchs zu finden da die Rasse im Bezirk Deutschland-Österreich isoliert geblieben war, somit nicht mit ausländischem Material aufgefrischt werden konnte, wie dies bei anderen Rassen möglich war. Das Talent des Württembergers für Hundezucht aber läßt erhoffen, daß es sich auch dieser schönen Rasse gegenüber neu bewährt. Die Hunde sind leicht aufzuziehen, neigen nicht zu Krankheiten, sind sehr wetterhart, hochintelligent und lebhaft, treuen, vorzüglichsten Charakters, gute Wächter und außerordentlich gutmütig zu Kindern.

Leonberger 1930
Barry von der Schwarzach DLZB 116 (Photo Dauer) 1935

Rassekennzeichen

Ein großer muskulös gebauter, geschmeidig eleganter Hund. Proportioniert in der Form lebhaften Temperaments. Farbe: hellgelb, goldgelb, bis rotbraun, mit schwarzer (dunkler) Maske gilt als die beste Farbe. Dunkle bis schwarze Haarspitzen zulässig; ebenso kommen sandfarbige, silbergraue(Silberwolf) und gelb rote mit dunklen Haarspitzen (Gelbwolf) vor. Oberkopf mäßig gewölbt, lange nicht so hoch und breit, wie bei den St. Bernhardhunden. Backen nicht kräftig entwickelt. Kopf soll mehr seitlich zusammengedrückt, tiefe als breit erscheinen. Stirnabsatz schwach. Nasenrücken gleichmäßig breit, eher leichte Ramsnase. Nasenkuppe tief schwarz. Kopf und Gesichtshaut anliegend, kein Stirnfalten. Schnauzenpartie mäßig tief, nie spitz verlaufend. Lefzen glatt anliegend, nicht herabhängend (so daß kein Speichelfluß gegeben ist.) Augen hellbraun bis braun, mittelgroß, klugen, gutmütigen Ausdrucks, kein Bindehaut zeigend. Schulterhöhe: Rüde mindestens 7‘ cm, Hündin 70 cm. Läufe nicht allzu hoch, muskulös starkknochig. Vorderläufe grade, gut befedert. Pfoten gut geschlossen, Schwimmhäute. Schenkel kräftig. Rumpf etwas länger als beim St. Bernhardshund; Brustkorb tief und nicht zu tonnenförmig. Strammer Rücken wesentlich. Rute reich behaart, stets halbgesenkt getragen. Behaarung mittelweich bis derb (nie struppig), reichlich lang, anliegend bis leicht abstehend, stets schlicht, gewellt noch gestattet. An Hals und Brust hat der Leonberger eine schöne Mähne.

Zitat aus "Die Hunderassen - Ein Handbuch für Hundeliebhaber und Züchter"
Akademische Verlagsgesellschaft Athenaion M.B.H. Potsdam
1935

 
 

Oben zitierten Auszug der Rassebeschreibungen und jede Menge weiterer interessanter Artikel bezüglich der Rasse Leonberger finden Sie in der Leonberger Chronik von Karl Meier, welche noch heute bei ihm zu erwerben ist.

Leonberger Chronik 1846-1996
* 150 Jahre Leonberger – Zucht *

Zitat Karl Meier:
Der derzeitige Präsident des DLC (Deutscher Club für Leonberger-Hunde), Herr Gerhard Zerle ermunderte mich dann dazu, eine solche anlässlich „150 Jahre Leonberger-Zucht“ herauszugeben.
Er schrieb mir: Für uns wäre es besonders interessant, etwas über die erste Erwähnung des *Leonbergers* zu finden. Es heißt überall „1846 erstmals erwähnt“ - usw.
Diesen Wunsch konnte ich Herrn Zerle und seinem Club erfüllen – und mit dieser umfangreichen Chronik verfügt die Rasse “Leonberger“ erstmals über ein geschichtliches Standardwerk.
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Und warum wird diese doch recht aufschlußreiche Chronik des Leonberger nicht auf der Clubseite angeboten?
*grübel*

Leonberger Chronik

Aus "Die Deutschen Hunde" - Richard Strebel - 1904/1905 .
Der Leonberger

Noch nicht allgemein anerkannt, muß ich ihn doch hier einige Zeilen widmen, ertaucht zu einer Zeit auf, als die Bernhardiner aufkamen und die Nachfrage das Angebot überstieg. Man begann Kreuzungen reiner Bernhardiner mit langhaarigen Hunden, die ihnen ähnlich sahen. Aus diesen Verbindungen entstanden dann zum Teil Bernhardiner, zum Teil ganz hübsche Hunde, die aber alles eher waren als Bernhardiner. An den Mann mußten auch diese gebracht werden und so verfiel man darauf, ihnen andere Namen zu geben, wie Alpenhunde, Berghunde und endlich nach der Stadt Leonberg, wo die meisten herstammen, Leonberger. Dann kam die Zeit wo man gegen sie zu Felde zog als unangenehme Begleiterscheinung der Bernhardinerzucht. Man brachte es fertig, sie in Acht und Bann zu tun. Es ging damals ein geflügeltes Wort, was die Stimmung gegen sie am besten charakterisiert: Was man nicht definieren kann, das sieht man gut als Leonberger an. Später entstand für diese Mischprodukte das schöne Wort: Leonhardiner.
Erst in neuerer Zeit, besonders in Württemberg, hat man sich dieser Rasse angenommen, man sammelte was an diesen Hunden vorhanden war und versuchte sie einheitlich zu gestalten, große Erfolge sind jedoch bis jetzt nicht erzielt worden. Ich will nicht bestreiten, daß ich schon sehr schöne Leonberger sah, aber viel einheitlicher Typus und etwas Originelles ist es nicht. Daß es vor der Zeit der Bernhardiner große langhaarige Hunde gegeben hat, sahen wir bereits früher, ebenso wie sie entstanden sind. Es sind dies Überbleibsel von Hatzrüden und der alten englischen Dogge. Bringen es die Liebhaber dieser Rasse dazu, sie rein durchzuzüchten, mit einem Worte eine neue Rasse zu schaffen, die auch Liebhaber in größerer Menge findet, so soll es mich freuen. Ich füge hier das Bild bei, wie er sein soll und lasse die Rassekennzeichen folgen.


Die deutschen Hunde

Rassemerkmale, welche angestrebt werden.

Allgemeine Erscheinung:
Er ist ein Hund von Respekt einflößender Erscheinung mit schönem Haarkleid, von guten Verhältnissen des Kopfes zum Körper, von angenehmer Haarfarbe und eleganten Bewegungen, bei welchen mit Ausnahme der Größe jede Übertreibung ausgeschlossen ist.

Kopf:
Leicht gewölbt, Hinterhauptknochen gut entwickelt, aber ohne Übertreibung; Kopf im Profil weder zu schmal noch zu breit, über den Schläfen gerundet; mit einer breiten Stirnfurche, der Oberkopf geht ohnen einen Absatz zum Nasenrücken über. Die Backen wenig hervorspringend. Augenbraunen gut modelliert. Das Nasenrücken von gleicher von den Augen bis zur Nase, fällt zu beiden Seiten gerade ab; im Profil ein wenig gewölbt, aber niemals durchbrochen, mehr eine Schafs- als aufgeworfene Nase, die Länge derselben ist gleich der des Hinterkopfes (Dabei lieber länger, als kürzer.) Die Lippen ziemlich tief, nicht spitz, einen rechten Winkel mit dem Nasenrücken bildend. Der Maulwinkel nicht übertrieben abgesetzt. Die Lippen ohne Falte gut herabhängend. Die Kopfhaut wirft in Erregung Falten. Nase breit, gut geformt mit großen Nasenlöchern, stets schwarz.
Zähne: Kiefer kräftig entwickelt mit gut schließendem Gebiß. Ohren hoch, aber nicht zu weit hinten angesetzt, von mittlerer Größe, leicht herabhängend, mehr breit als lang, gut abgerundet und gut mit Haaren bedeckt; der äußere Rand legt sich gut an die Backen an, sehr beweglich; horcht der Hund, so sind die Ohren gut erhoben und der hintere Rand verlängert die Kopflinie. Die Augen von mittlerer Größe und nach seitwärts gerichtet, mit einem freien, anhänglichen und klugen Ausdruck, von brauner farbe. Die Augenlider gut schließend.
Hals von guter Länge, mit eleganter Biegung zur Schulter übergehend, hoch getragen, kräftig bemuskelt, die Kehlhaut nicht zu groß ohne Wamme.
Vorhand:
Die Muskulatur der Schultern und der Vorderen Gliedmaßen sind gut unter dem Haarkleid sichtbar. Schulterblätter schräg gestellt von guter Länge. Der Oberarm bildet mit der Schulter einen rechten Winkel, stark bemuskelt, stets am Brustkorbe anliegend, von guter Länge und leichter Beweglichkeit. Der Ellenbogen gut unter dem Körper angesetzt, bis etwas unterhalb des Brustkorbes hinanreichend. Der Unterarm an der äußersten und der Vorderen Seite gut bemuskelt; in der inneren und hinteren Seite gut sehnig. Die Brust lang, gut gewölbt und tief. Zehen geschlossen, gut gewölbt, nicht so kurz wie bei der Katzen-, aber auch nicht so lang als bei der Hasenpfote. Vorderläufe gerade, weder zu weit voneinander noch zu eng gestellt.
Der Rumpf erscheint lang wegen der schräg gestellten Schultern, nichtsdestoweniger ist der Rücken und die Nierenpartie kurz, Brustkorb oval, tief und gut aufgerippt. Das Brustbein kräftig entwickelt. Der Rücken von guter Länge, ganz gerade bis zur Lende. Die Lenden kräftig, kurz und tief. Der Bauch ein wenig hervortretend.
Die Hinterhand: Kruppe voll und kräftig bemuskelt. Der Unterschenkel lang und einen rechten Winel mit dem Oberschenkel bildend, kräftig, sehnig, sehr beweglich, nie steif.
Die hinteren Füsse kürzer als die vorderen und wenig hoch. Die Afterklauen müssen schon bei der Geburt abgeschnitten werden.
Die Rute ist tief genug angesetzt, kräftig lang, gut behaartund hat eine Fahne. In Ruhe hängt sie in leichten Bogen herab, in Erregtheit mit einem Bogen nach aufwärtsgetragen, aber ohne einen geschlossenen Ring zu bilden, sie darf nicht auf dem Rücken getragen oder an ihm vorbeifallen.

Das Haar ist dicht mit einer sehr dichten Unterwolle. Das Haar ist lang und geschmeidig, läßt aber die Rückenkonturen gut sehen. Auf dem Kopfe ist es glattanliegend mit einer hübschen Franze an den Ohren. Die Halskrause ist gut ausgebildet und um den Kopf herum glänzend. Auf den Schultern und dem Rücken ist es kurz und schlicht. Auf der Brust und den Hüften ist es sehr gewellt, es bildet auf den Schenkeln einen gut sichtbaren Scheitel. Die Vorderläufe, von den Ellenbogen bis zu den Füssen, ebenso die Hinterläufe bis zu den Sprunggelenken sind mit verlängerten Haaren versehen. Die innere und die vordere Seite der Läufe ist kurz behaart.
Die Farbe ist ein schmutziges Gelb, oft mit einem Anflug von Schwarz, oder das letztere ist stärker ausgesprochen, hebt dann die Körperformen sehr hervor. Die Wolfsfarbe mit sehr dunklem Oberschädel und Augenumrandungen ist sehr gesucht, da dies einen klugen Eindruck macht und einen ernsten Blick veranlasst, Lippen und Ohrränder schwarz. Die Halskrause sehr licht. Schultern dunkel, zwischen den Schulterblättern und den Rücken ist das Haar sehr hell; auf dem Rücken ist ein dunkler Sattel. An den Schenkelteilen und Rücken der Ruten ist es dunkel.
Brust, Haare der Vorderfüsse, der Bauch, die Partie hinter der Nase und die Fahne der Rute sind hell. Zur Bestimmung der Farbe sagt man Gold- oder Silberwolf. Die Hunde mit Maske sind gesucht. Weiße Flecken sind fehlerhaft, aber ein kleiner Brustfleck oder ein wenig Weiß an den Zehen ist entschuldbar.
Das Galgenmaß: Eine beträchliche Höhe ist eine dringende Notwendigkeit, es soll der Rüde mindestens 80 cm, die Hündin 70 cm messen. Dabei soll der Hund im Rücken und in der Hinterhand absolut fest und gut gebildet sein. Großes gewicht ist nicht von Wert, der Hund soll gute Muskulatur und Knochen haben, ohne schwerfällig zu sein.
Fehler:
Alles was auf Kreuzung mit Bernhardinern hinweist. Schwerer Oberkopf, ausgesprochener Stirnabsatz, kurze aufgeworfene Nase, hänende Lippen und Augenlider, Falten auf der Nase, zu weit auseinanderstehende und nach vorwärts gerichtete Augen, zu schwere Formen, schlechtes Haar, nach auswärts oder einwärts gedrehte Füsse, zu schwere Kruppe, über dem Rücken getragene Rute, zu viel Weiß und gerolltes Haar. Bemerkenswert ist, daß das Haar bei ungenügender Pflege sich gern ein wenig rollt. Ein gewölbter Oberkopf ohne Stirnansatz, mit seitswärts gerichteten Augen ist keine Kreuzung mit Bernhardinern, sondern mit irgend einer anderen langhaarigen, großen Rasse

Leonberger um 1900


Die ältesten Artikel bezüglich der Leonberger Hunde ,
welche wir haben, sind nachfolgend aufgelistet:

alte Leonberger - Artikel
alte Leonberger - Artikel 2. Seite
L' ELEVEUR
Nr. 418.
vom 01.Januar 1893
L' ELEVEUR Nr. 5. vom 22.September 1895
Leonberger alte Rassebebschreibung
Leonberger Chronik
Leonbergerhunde um 1895
Le Chien de Leonberger
Chien

LE SPORT UNIVERSEL ILLUSTRE

Seite 204 - 205
Ausgabe 1899

Leonberger Hundeausstellung 1905

LE SPORT UNIVERSEL ILLUSTRE

Ausgabe 04.06.1905

Leonberger Hundeausstellung
19.-26.05.1905 Paris Schloss des Tuileries

Le Leonberger
L' ELEVEUR

Jahrgang 1950
Die Deutschen Hunde
Die Deutschen Hunde
von Richard Strebel

Band 1 1904/1905

Unseres Wissen, die erste offizielle Rassebeschreibung des Leonbergers in einem deutschen Rassehundebuch.
Hunderassen 1935

Die Hunderassen

von Aga Gräfin von Hagen

 

Akademische Verlahsgesellschaft Athenaion M.B.H. Potsdam
1935

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Eines der besten Rassehunde -Bücher seiner Zeit. Man findet hier jede Menge Rassebeschreibungen und Zuchthinweise.
Viele heute seltener und bereits in Vergessenheit geradene Hunderassen werden genannt.


Der Hund von Leonberg

Der Hund von Leonberg

Die Geschichte einer Hunderasse
Band 1:
"Eine Turbulente Vergangenheit" (1846-1948)
Von Metha Stramer

Für alle, welche sich mit der Entstehung und Zucht der Leonberger Rasse und den Zuchtvereinen beschäftigen, möchten wir das nachfolgende Buch empfehlen. Wir haben uns recht intensiv mit der Geschichte der Leonberger befasst und konnten trotz alledem noch vieles dazugewinnen.
So manches stellt sich anders dar

 
Hund von Leonberg
 

Orginal - Zuchtbücher Leonberger Hunde:

- 1956 bis 1985 Zuchtbuch Leonberger DDR - (besten Dank an Herrn Gerhard Knape für die Überlassung)
- 1964 bis 1967 Zuchtbücher des DCLH
- 1989 bis 2007 Zuchtbücher des DCLH

 

Zuchtbuch
The Leonbergerclub of Great Britain
Stud Book Part 1 and 2
First Edition
Leonberger Studbook
Zuchtbuch Leonberger Club of Great britain
Leonberger zuchtbuch
Aufwändig handgefertigte Edition mit eingeklebten Orginalfotografien und vielen Informationen.

Chronik-DCLH

20 Jahre DCLH Landesgruppe Nord

Eine Chronik der Leonberger LG Nord.
Aus einer Zeit wo es noch offener im Zuchtverein zuging.
Zahlreiche Geschichten und Bilder zur Geschichte der Landesgruppe.

Zusammengestellt von Martin Radde

 
Chronik Leonberger LG Nord

Jack London - Ruf der Wildnis
TV Spielfilm

Ruf der Wildnis
(Call off the Wild)
mit Rutger Hauer

nach Jack London

Tierischer Hauptdarsteller
Leonberger Buck
 
Trailer mit kleinen Ausschnitten dieses Filmes
 

 

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