Dilatative
Kardiomyopathie - Dilated Cardiomyopathy – DCM
(Kardiomyopathie bedeutet Erkrankung des Herzmuskels. Eine Dilatative
Kardiomyopathie ist gekennzeichnet durch eine herabgesetzte Kontraktilität
(Pumpschwäche)des Herzenmuskels.
- ein Bericht von
Tierarzt Dr. J.F. Rousselot
Die
Kardiomyopathie
Die bei den Leonbergern und allen seiner wuchtigen Freunden am häufigsten
vorkommende Krankheit heißt dilatierende Kardiomyopathie.
Die Kardiomyopathien bestehen aus einer Reihe von Krankheiten des
Herzmuskels,
die zu einer Schwellung oder einem Schwund der Größe
des Herzens führt.
Diese Krankheiten treten bei zahlreichen Gattungen auf : Hunde,
Katzen, Menschen
können unter Kardiomyopathien leiden.
In den meisten Fällen bleibt der Erreger dieser Krankheiten
unbekannt. Die
Forscher sind jedoch in diesem Bereich sehr aktiv, denn diese Mißbildung
kann
ziemlich junge Menschen treffen und die Ursache von frühzeitigen
Todesfällen
sein.
Bei den Fleischfressern ist deren hypertropische Form am häufigsten
bei Katzen
zu finden. Man stellt eine mehr oder weniger schnelle Vergrößerung
des Myokards
( Herzmuskels) fest, die das Licht in den Herzkammern reduziert.
Da das Licht
in den Herzkammern und besonders bei der linken Herzkammer dadurch
stark
reduziert wird, ist das Blutvolumen am Ende der Diastole ( vor der
Anspannung)
stark reduziert. Wenn das Herz anspannt, kann es nur eine kleine
Quantität von
Blut in die Aorta austreiben. Das Sinken des Blutvolumens in der
Aorta führt zur
Verringerung der Perfusion ( Blutzufuhr) der Organe und zur Stockung
des
Herzens.
Bedingungen
für Herzinsuffuzienz.
Die
dilatierende Kardiomyopathie ist häufiger bei den Leonbergern
und den
Hofhunden zu finden. Der Herzmuskel wird immer dünner.
Dadurch verliert das Myokard seine kontraktive Eigenschaft. Es ist
nicht mehr
dazu fähig, das Blut richtig in die Aorta zurückzuschieben
und ein Teil der
Blutmasse bleibt nach der Zusammenziehung in den Herzkammern. Nach
und nach
dilatiert sich das Herz..
Die Folgen sind denen der hypertropischen Kardiomyopathien gleich:
Ungenügende Blutzufuhr, Blutstockung oberhalb des Herzens und
Herzinsuffiziens.
Wenn sie den linken Herzteil trifft, sind Husten, Müdigkeit
und Keuchen die
häufigsten Symptome. Wenn sich die Insuffizienz rechts entwickelt,
hat man
Müdigkeit, Magenerguß oder Brustkorberguß als klinische
Symptome.
Die Herzinsuffizienz addiert die Symptome der linken und der rechten
Insuffizienz.
Wann muß man den Verdacht auf eine dilatierende Kardiomyopathie
lenken ?
Die Krankheit kann in jedem Alter, aber am häufigsten bei den
Leonbergern
zwischen 4 und 10 Jahren erscheinen. Rüden und Hündinnen
können darunter leiden.
Das Auftreten der klinischen Zeichen kann brutal ( Synkope bei anstrengenden
Aktivitäten, Husten und Kurzatmigkeit) oder progressiver sein
( Verschlechterung
des allgemeinen Zustands, zu starke Müdigkeit bei körperlichen
Anstrengungen,
Aufblähung).
Jede währende Veränderung des Temperaments Ihres Leonbergers
muß nachgeprüft
werden.
Sind
bestimmte Hunde mehr als andere dieser Krankheit ausgesetzt ?
Die
DCM kann sich bei sehr gesunden Tieren entwickeln. Ohne heftige
körperliche
Bewegung sind die Hunde dem Risiko nicht besonders ausgesetzt. Dagegen
treten
die Zeichen der Krankheit schneller auf, weil die Symptome in den
meisten Fällen
zuerst nach körperlichen Anstrengungen erscheinen.
Die Störungen der Schilddrüse ( besonders Hypothyreosen)
wirken wahrscheinlich
zugunsten der Erscheinung der DCM.
Sowohl bei Menschen wie bei Tieren werden zur Zeit Forschungen durchgeführt,
um
herauszufinden, ob die Kardiomyopathie eine Erbkrankheit ist , das
heißt, eine
genetische Disposition vorliegt.
Es wird untersucht, ob gewisse Nachkommenschaften statistisch mehr
als andere
darunter leiden. Die Sammlung von Informationen ist aber nicht einfach
durchzuführen.
Die DCM tritt glücklicherweise selten auf.
Das Ergebnis dieser Untersuchung wird nicht vor mehreren Jahren
bekannt sein.
Das Endziel besteht sowieso darin, jener Nachkommenschaft auf die
Spur zu kommen
und eine Auswahl durchzuführen, die, wenn möglich, die
DCM tragenden Gene zu
beseitigen.
Wie kann man eine DCM
feststellen ?
Dank der im Kapitel 2 beschriebenen Mittel kann der Tierarzt Veränderungen
beim
Hund untersuchen, die ihm erlauben werden, das Vorliegen einer DCM
herauszustellen und den Konsequenzen auf die Herzfunktion nachzugehen.
Die Suche nach der DCM beginnt mit einem aufmerksamen Zuhören
der vom Halter
bemerkten Symptome: Verschlechterung des allgemeinen Zustandes,
Müdigkeit,
Synkope..(kurzzeitige Bewusstseinsstörung).
Der Zwerchfell - Schock und der Puls des Schenkels sind so häufig
" geschlagen",
milder.
Die Vergrößerung des Herzens ist ernst zu nehmen. Hörverlust
bei normalen
Geräuschen, Anwesenheit eines Herzgeräusches oder einer
Rhythmenstörung.
Zu merken ist, daß DCM sehr oft Störungen des Herzrhythmus
verursacht ( besonders
Extrasystolen und "atriales" Flimmern).
Das Röntgen des Brustkorbs zeigt die sehr häufige Vergrößerung
des Herzens.
Schließlich gibt die Echokardiographie / EKG ( wenn sie möglich
ist ) sehr
nützliche Auskünfte:
Visualisierung der Verschrumpfung des Myokards, Fall der Abkürzungsfraktion
der
Herzfasern. ( Konkretisierung des Verlustes an Zusammenziehbarkeit)
Die Forschung nach dem Einfluss der DCM auf den Kreislauf besteht
hauptsächlich
in der Feststellung eines Lungenödems ( ärztliche Untersuchung,
Röntgen des
Brustkorbs) oder einer Aszites ( Flüssigkeitsansammlung), im
Abtasten, Röntgen
oder Magen - Echographie.
Mein Hund
leidet unter DCM. Wie lange wird er leben ?
Wir haben es schon am Anfang dieser Darstellung erwähnt. Heutzutage
kennen wir
den Krankheitserreger der DCM nicht, deshalb verfügen wir immer
noch nicht über
eine medizinische Behandlung, die sie endgültig heilen könnte.
Vor kurzem erhoffte man viel von dem Verständnis der Rolle
der L. Carnitine,
einer Aminosäure und deren Mangel als Erreger der DCM ?
Leider kommt jener Krankheitserreger wahrscheinlich eher von einem
schlechten
Gebrauch der Carnitine durch das Myokard als von einem Mangel daran.
Außerdem bringt ein Zusatz an Carnitine ( teuer, nur schwer
zu besorgen ) sehr
selten eine Verbesserung der Zusammenziehbarkeit.
- Die Langlebigkeit des Hundes hängt von zwei Faktoren ab.
Das Einhalten oder die Verlängerung der Herz - Entartung (
leider bleibt uns
dieser Faktor ganz entzogen ) ;
- Die Einführung einer Therapie, die gegen die Folgen der DCM
kämpfen
kann.
Die durchschnittliche Lebenserwartung schwankt nach dem Erscheinen
der ersten
Symptome zwischen 6 Monaten und einem Jahr. Man muß verstehen,
daß diese Hunde
auch viel länger leben können ( 2-3 Jahre), aber auch
in kurzer Zeit dahingehen
können.
Welche
Maßnahmen sollen getroffen werden ?
Bei Menschen führt der Mangel an möglichen heilbaren Therapien
zum Austausch des
kranken Organs: die Kardiomyopathie ist eine Indikation für
eine
Herztransplantation. Bei Hunden ist diese Transplantation wegen
großer
technischer Schwierigkeiten nicht durchführbar.
Die Begrenzung körperlicher Anstrengung soll die erste Vorsorge
sein.
Das Verschreiben von die Nebenwirkungen der DCM bekämpfenden
Medikamenten gehört
zur Aufgabe des Tierarztes, welcher je nach Entwicklung der Krankheit
Diuretikum
(entwässernde Mittel), Gefäßdehnungsmittel, antiarrythmische
Heilmittel
verschreiben wird. Die Medikamente werden fast immer täglich
eingenommen.
Und besonders wenn die Krankheit traurige Aspekte aufweist, wenn
die Zukunft des
Hundes finster ist, ist es wichtig, daß der Herr und sein
Hund guten Mutes
bleiben, damit die Entwicklung der Krankheit verlangsamt wird und
die Therapie
am wirksamsten bleibt.
Das Schreiben dieser Erklärung über Herz und Kreislauf
bei den Leonbergern hat
mich sehr interessiert. Ich hoffe, den Lesern nützliche Informationen
gebracht
und ihnen die Funktion des Herzens und dessen Veränderungen
verständlich gemacht
zu haben.
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